Label der Knockando-Geschenkbox aus dem Jahr 1999Heute geht es weiter mit einem klassischem Single Malt, und zwar einem 12 jährigem Knockando. Klassisch heißt er hier nicht umsonst, schließlich ist er auch Teil der sogenannten Classic Malts, die eine allround Auswahl des Spirituosenkonzerns Diageo darstellen. Knockando repräsentiert die Region Speyside, schlließlich liegt die Brennerei direkt am Fluss Spey im Nordosten Schottlands. Ausgesprochen wird die Destillerie korrekter Weise übrigens „Nockanduh“, mit Betonung auf der letzten Silbe (cnoc-an-dhu ist gälisch für kleiner schwarzer Hügel).

Knockandos Abfüllungen nach Seasons

Ich habe heute eine relativ besondere Flasche vor mir stehen, weil man sie in der Form wohl nicht mehr im Laden erhält. Denn Knockando füllt strikt nach Jahrgängen („seasons“) ab: So wird auf jeder Flasche recht deutlich der Jahrgang vermerkt – wie im Bild unten auf dem Etikett zu sehen ist. Der Whisky vor mir wurde vor 24 Jahren in Eichenfässer gefüllt, ist also aus dem Jahr 1987 und somit tatsächlich älter als ich. 1999 wurde er abgefüllt und schlummerte seitdem in der Flasche, bis ich diese letztes Jahr öffnete. Die Brennerei legt übrigens wert darauf, dass das nicht immer 12 Jahre sein müssen: Die Brennerei verwendet die Fässer erst dann, wenn der „Meister-Destillateur“ sagt sie wären wirklich reif. Das ist aber fast immer nach 12 Jahren der Fall.

Knockando 1987/99 (12 Jahre) im Tasting

Jetzt zum Tasting. Als ich die Flasche geöffnet habe, habe ich sofort die angenehme Süße gemerkt, die der Whisky ausstrahlt. Er riecht sehr angenehm fruchtig und blumig, vor allem aber süßlich. Ein wenig Vanille mag hier zu riechen sein, aber das ist wie ich finde nichts allzu Besonderes. Nach einiger Zeit lassen sich auch Mandeln und etwas herbere Noten aus dem Whisky herauskitzeln.

knockando 1987/99 ist 12 jahre altAls ich den Whisky gerade probiert habe, habe ich zuerst die sehr fruchtigen und süßlichen Aromen geschmeckt. Hier wurde die Vanille schon etwas deutlicher. Nach kurzer Zeit macht dieser 12 jährige Knockando aber eine enorme Wandlung durch. Jetzt kommen die etwas herberen – ich möchte fast sagen bassigeren – Noten heraus, die von den wenigen verwendeten Sherry Fässern kommen. So gesellen sich auch Nüsse zu den Mandeln von vorhin dazu. Wartet man noch ein Weilchen erfährt der Whisky wieder einen enormen Umschwung im Abgang, und zwar deutliche Birnen. Zuerst meinte ich es sind Trauben oder getrocknete Früchte, aber jetzt schmecke ich sie so deutlich wie letztens die Äpfel im Glenmorangie. Ein sehr intensiver Birnengescmack bleibt also im Mund und lässt den Knockando angenehm abklingen.

Nachdem der Knockando 1987/99 ordentliche 43% hat, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihn mit ein wenig Wasser zu verdünnen. Die Effekte sind aber nicht sonderlich stark. Er kommt zwar viel schärfer und würziger daher, die deutlichen Umschwünge geraten aber in den Hintergrund. Kann man also machen; muss man aber nicht.

Erst süß, dann herb, dann fruchtig

Der Knockando 1987/99, stellvertretend für alle seine 12 jährigen Geschwister, ist also ein sehr angenehmer Whisky. Für Einsteiger sehr zu empfehlen. Wer etwas erfahrener ist, wird sich an den verschiedenen Facetten erfreuen können, die er zu bieten hat. Ich persönlich freue mich immer, wenn der Whisky während dem Tasting so deutliche Phasen durchmacht wie dieser Knockando: Erst süß, dann herb und schließlich sehr fruchtig. Und für einen Preis von 27 bis knapp unter 30 Euro auch noch äußerst preiswert.

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Auf Whisky-Bar.net teile ich meine Leidenschaft: Besonderen Whisky und gute Bars.

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