glenkinchie 10 jahre geschenkverpackungGlenkinchie ist eine Brennerei in den Lowlands, also im südlichen Schottland (nahe Edinburgh). Hier gibt es nicht sehr viele Brennereien – eigentlich sogar nur vier: Auchentoshan, Bladnoch, Littlemill und eben Glenkinchie. Letztere ist hier mit Abstand die bekannteste. Wie Knockando gehört auch diese Brennerei zu den Classic Malts von Diageo, was natürlich enorm zur Bekanntheit beiträgt. Ich stelle hier den 10 jährigen Glenkinchie vor. Dieser wurde im August 2007 von seinem 12 jährigen Bruder abgelöst und ist somit nicht mehr im Handel erhältlich. Ein Grund mehr seinen Geschmack hier festzuhalten.

Um den Alkoholgehalt des Glenkinchie (10 Jahre) zu ermitteln, muss man erst mal ein wenig mit UK Maßen rechnen. Die Flasche zeigt mit 8,6 lediglich den Gehalt in UK Units. Eine UK Unit of Alcohol sind 10 ml purer Alkohol, womit sich bei der 200ml Flasche folgende Rechnung aufstellen lässt:

Alkoholmenge / Gesamtinhalt = Volumenprozent
8,6 Units x 10 ml alc. / 200 ml = 43%

Mit 43% ist der Alkoholgehalt nicht sonderlich niedrig, aber immer noch sehr angenehm. Nach all dem Vorgeplänkel können wir jetzt also zum Tasting kommen.

Anmerkung: Ich habe nachträglich festgestellt, dass die 43% zumindest auf dem Karton vermerkt sind. Der Exkurs ist aber, finde ich, trotzdem interessant.

Glenkinchie (10 Jahre) Tasting

Bei einem ersten Riechen merkt man besonders Malz, im Hintergrund finden sich süßliche Aromen. Dazu kommt ganz sanfter Rauch, der – wo auch immer er herkommt – dem Whisky eine besondere Note verleiht. Bei genauerem Verriechen bemerke ich auch etwas trockenes Gras und ganz leichten Zitrus – man könnte also auch von Zitronengras sprechen.

tasting des 10 jährigen glenkinchieEin Schluck von diesem 10 jährigen Glenkinchie zeigt, dass er (auch für seine 43%) sehr leicht ist. Keine erfrischende Leichtheit, sondern eher trocken und cremig mit einem Hauch von Süße und Vanille. Die leicht rauchigen Gerüche findet man sogar im Geschmack wieder – sie wirken aber sehr dezent und keinesfalls störend. Spät im Abgang stelle ich wieder etwas Fruchtiges fest, das ich schon bei Knockando (12 Jahre) als Birne identifiziert habe – hier aber sehr viel schwächer. Dieser Glenkinchie bleibt etwas schwächer und trockener im Abgang.

Mit ein wenig Wasser wirkt er 10 jährige Glenkinche noch angenehmer. Er war zwar vorher auch leicht, so ist er aber viel cremiger und erinnert schon eher an die 12 jährige Variante. Außerdem zeigt sich so seine Würze, die sich vorher nur leicht erahnen ließ und dem Whisky ein wenig mehr Charakter verleiht.

Ich kann also sagen: Der Glenkinchie ist ein wirklich angenehmer Whisky. Der leichte Rauch macht den 10 jährigen besonders, auch wenn er nicht sonderlich komplex ist. Entgegen der 12 jährigen Abfüllung, die unglaublich cremig und leicht schmeckt, wirkt dieser hier etwas trockener und gefühlsloser. Mit etwas Wasser kommt man aber an dieses Ergebnis heran. Ich würde also sagen: Der 10 jährige Glenkinchie ist die etwas „männlichere“ Variante der aktuellen Version. Insofern ist er eigentlich ganz gut so, wie er ist.

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