glendronach allardiceDer 15-jährige Glendronach Revival hat mich in seinen bann gezogen, weshalb ich es jetzt auf den 18-jährigen Bruder abgesehen habe. Glendronach hebt sich meiner Meinung nach deutlich von anderen Whiskys ab, der kräftige und volle Geschmack begeistert mich an deren Abfüllungen.  James Allardice gründete die Brennerei 1826 und gab der 18-jährigen Version posthum ihren Beinamen: Allardice.

Die Brennerei Glendronach

Die Brennerei Glendronach liegt mitten in Speyside. Seit den 60ern waren sie unter der Fuchtel von William Teacher & Sons und sind scheinbar ziemlich froh, diese wieder los zu sein. Erst 2008 wurden sie von BenRiach übernommen und fühlen sich deutlich wohler: Unabhängig sei man jetzt. Und alle Abfüllungen bekamen traditionsreiche Namen wie etwa  Allardice. Bei der vorliegenden Flasche handelt es sich um eine Abfüllung von Oktober 2010, abgefüllt mit klassischen 46%.

Dieser Glendronach reift 18 Jahre einzig und allein in Oloroso Fässern, eine Seltenheit, da diese Fässer deutlich teurer sind als übliche ex-Bourbon Fässer. Das zeigt sich auch deutlich in der Farbe. Obwohl ungefärbt besticht er durch sein tiefes Rotbraun.

Glendronach 18 Jahre Tasting

glendronach 18 im glas

Die kräftige dunkle Farbe verspricht beim Glendronach 18 nicht zu wenig.

Nase: Tiefe, bittere Noten, dunkle Kirschen, Walnüsse, etwas Heu, angenehm viel Sherry mit nur sehr wenig Säure

Tasting: Sehr voluminös und breit, tritt mit einer angenehmen Wucht an. Kirschen (ich denke an Maraschino Kirschen, also Cocktailkirschen), Orangen, Schokolade, insgesamt eine dunkle, fruchtige Süße. Später legt sich angenehm Karamell um die Zunge. Schottischerwhisky.com bringt es  mit „getrockneten Früchten und einer warmen Würzigkeit“ sehr treffend auf den Punkt.

Abgang: Vergleichsweise lang, später wird Bitterschokolade deutlicher, Cashewnüsse, auch das Malz kommt nach und nach durch. Ein Stück dunkler Schokolade würde meiner Meinung nach hier besonders gut passen.

Dieser Whisky ist wirklich angenehm und sehr vielschichtig. Mit jedem Schluck entdeckt man Neues. Nicht nur farblich handelt es sich um einen sehr dunklen Whisky. Das ist fast schon zu viel, der 15-jährige wirkt auf mich ausgewogener – der jüngere ist eher Allrounder. Glendronach 18 hingegen ist ein anspruchsvoller Whisky. Im richtigen Moment ist das unschlagbar. Der happige Preis von über 60 Euro hält auch dazu an, die Flasche besser in ausgewählten Momenten zu öffnen.

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Auf Whisky-Bar.net teile ich meine Leidenschaft: Besonderen Whisky und gute Bars.

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