inest spirits whisky messe eingangDieses Wochenende war in München das Finest Spirits Munich Whisky & Bar Festival. Ein Schlaraffenland im MVG Museum, das ich leider erst am Sonntagnachmittag besuchen konnte. Nichts desto trotz habe ich einiges an Geschmäckern, Informationen und Eindrücken mitgenommen. So hat sich jeder einzelne Euro gelohnt, den ich auf dem Festival gelassen habe.

Erst einmal gab es unzählige Stände, weshalb es sich auf jeden Fall lohnt, an der stündlichen (kostenlosen) Tour teilzunehmen: Einfach um anzukommen und einen Überblick zu erhalten. Wir mussten das leider ans Ende stellen und haben uns vorher die Session von Bowmore gegönnt. Hier habe ich noch einmal einen vertieften Einblick in die Islay Whiskys bekommen und noch dazu wirklich geniale Whiskys probieren können. Auch wenn hier viele Details spannend waren, spare ich mir das und gehe gleich über in die umfassende Liste meiner sonntäglichen Tastings.

Whisky Tastings auf der Messe

Talisker 10 Jahre: Leicht rauchig und dabei m.E. sehr mild. Obwohl ihn viele als pfeffrig und intensiv beschreiben würden, fand ich ihn etwas lahm.

Finch (4 Jahre): Ein schwäbischer Whisky, hier schmeckt man die süddeutschen Wurzeln heraus: Ich meine hier Obstler zu schmecken, was wohl auch an dem jungen Alter des Schwabenwhisky liegt.

Slyrs (3 Jahre): Der bayrische Highland Whisky. Für sein junges Alter sehr angenehm. Sehr („bierig“) malzig und auch hier ist wieder der Obstler-Touch im Glas. Hier finde ich das aber etwas angenehmer.

Islay Blend: Eine unabhängige Abfüllung der Islay Whiskys, genauer kann ichs leider nicht mehr sagen. Sehr ausgeglichen, aber wuchtig und rauchig, wie man es sich vorstellt.

tasting session bowmore finest spiritsBowmore Darkest (15 Jahre): 12 Jahre Ex-Bourbon, danach 3 Jahre Oloroso-Sherry Fässer. Das macht diesen Bowmore noch angenehmer als er sowieso schon ist: Honig, Schokolade, Früchte und die typische leichte Rauchigkeit machen diesen Bowmore zu einem komplexen Geschmackserlebnis.

Bowmore (18 Jahre): Etwas milder als der Darkest, und die Fruchtigkeit kommt nicht mehr so sehr durch. Er ist also eher ein typischer Bowmore, der mich mit sehr ausgewogen und „bassigeren“ Noten wie Honig und Schokolade neben dem Rauch schwer überzeugt hat. Mein persönlicher Lieblings-Bowmore.

Bowmore Tempest (Cask Strength): Ich meine dieser Cask Strength war laut Referent eine 8 Jahre alte „Deutschland-Abfüllung“. Vorweg: Ich bin kein großer Fan von Cask Strength. Dieser Bowmore war aber ein gewaltiger Whisky, der mit stärkeren Zitrusnoten überzeugt.

Strathisla (42 Jahre): Der älteste Whisky den ich mir bisher gegönnt habe. Wie letztens erwähnt, stand Strathisla ganz oben auf meiner Liste – und das war gestern der einzige den ich ergattern konnte. Sein Alter macht ihn sehr mild, dabei ist er sehr wuchtig und komplex. Im Messe Ambiente konnte ich ihn aber trauriger weise nicht sehr schätzen. Das war wohl ein Fall von Perlen vor der Sau. Und zu hohen Erwartungen.

Glen Moray (15 Jahre, Single Cask): Ein sehr schön würzig nussiger Whisky, der in seinen Tieftönen stark dem folgenden Tomatin ähnelt. Dabei ist er erstaunlich süß und malzig.

Tomatin (23 Jahre, Single Cask): Dieses Fass hatte eine Nase von einer bestechenden Würze, wie ich sie am Redbreast liebe. Anfangs merkt man das auch geschmacklich, aber während der Redbreast so lebendig und frisch bleibt, taucht der 23 jährige Tomatin ab in einen bassigen und komplexen, nussigen Genuss. Absoluter Wahnsinn.

Tomatin (15 Jahre): Nach diesem Erlebnis musste ich von Tomatin die Klassiker nachlegen. Auf Empfehlung fing ich mit dem 15 jährigen an. Die Nase versprach Zitrusaromen, vor allem deutliche Orange. Er erinnert mich wieder ein wenig an Redbreast, aber weniger als der 23 jährige. Geschmacklich taucht er wieder ab. Man erlebt eine Würzigkeit, die sofort abfällt in deutliche Haselnuss Aromen. Fazit: Wie der 15 jährige Redbreast, nur eine Oktave tiefer und absolut umwerfend. 

Tomatin (12 Jahre): Auch sehr angenehm, aber weniger komplex als der 15 jährige. Auch ein sehr guter Whisky, aber er steht tief im Schatten seines älteren Bruders. Wenn Tomatin probieren, dann den 15 jährigen!

It’s woodka: Als kleines Schmankerl haben wir uns noch einen fassgelagerten Wodka gegönnt. Dass Wodka so viel kann, hätte ich nie im Leben gedacht. 50,5% und er geht runter wie Likör, schmeckt deutlich nach Vanille und Süße. Insgesamt eine enorme und überzeugende Geschmacksfülle.

Ganz schön viel auf einmal, aber wie gesagt: Jeden Cent wert. Ein halber Tag war leider nicht genug, um das ganze Festival kennenzulernen. Auch einige andere Panels hätten mich noch brennend interessiert. Aber dafür muss eben das nächte Jahr her halten. Der Gewinner des Tages war übrigens für mich der 15-jährige Tomatin, gefolgt vom 18-jährigen (bzw. eigentlich allen) Bowmore.

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Auf Whisky-Bar.net teile ich meine Leidenschaft: Besonderen Whisky und gute Bars.

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