doubel barrel caol ila & braeval 10 jahre labelDer Double Barrel Caol Ila & Braeval (10 Jahre) ist eine Abfüllung von Douglas Laing und stellt eine ganz besondere Hochzeit von zwei völlig unterschiedlichen Fässern dar. Streng genommen ist es also ein Blended Whisky. „Double Malt“ trifft’s hier aber vermutlich besser. Aber was heißt das genau? Douglas Laing & Co. ist zuerst einmal ein unabhängiger Abfüller. Das heißt im Groben und Ganzen, dass das Unternehmen Destillerien einzelne Fässer abkauft und diese neu vermarktet. Viele stellen aus diesen Fässern dann klassische Blends her, Douglas Laing hat sich aber auf ein etwas exklusiveres Geschäft beschränkt: Hier bleiben die Fässer nämlich mehr oder weniger eigenständig. Für die vorliegende Reihe „Double Barrel“ etwa wurden zwei einzelne, 10-jährige Fässer verwendet: Eins von Caol Ila und eins von Breaval.

caol ila & braeval douglas laing double barrel flascheDie Destillerien Caol Ila und Braeval

Was sind das für Destillerien? Caol Ila ist recht bekannt: Eine der Destillerien auf der Insel Islay hat sich durchaus einen Namen gemacht, als kräftig rauchiger Malt (hier geht es zum Caol Ila 14y Single Cask Tasting). Braeval ist hingegen weniger bekannt, wohl vor allem weil die Destillerie von 2002 bis 2008 still lag. Früher kannte man sie unter dem Namen „Braes of Glenlivet“, mit dem bekannten Whisky Glenlivet hat sie aber nichts zu tun.  Sie liegt im Süden von Speyside und ist die höchstgelegene Brennerei der Region – dementsprechend kann man sich von dem Braeval in dieser Flasche ein paar fruchtige Noten erwarten. Ein wunderbarer Kontrast zum Caol Ila also.

Double Barrel Caol Ila & Braeval Tasting

Schon rein farblich ist dieser Whisky sehr blass, wie man es auch vom Caol Ila selbst kennt. Anscheinend handelt es sich bei beiden um Ex-Bourbon Fässern, erwähnt ist schließlich nichts. Das Aroma ist genau wie man es sich vorstellt: Süße, Vanille, dazu frische Früchte, vielleicht Bananen und etwas Citrus. Zudem zeigt sich deutlich der Rauch, ohne die anderen Nuancen zu stark zu verdecken. Auch Salz und Pfeffer drängt sich vor. Trotz den jungen 10 Jahren merke ich auch die Eiche der Fässer.

Geschmacklich ist der Rauch schon deutlich präsenter, gemeinsam mit den 46% schon fast erschlagend. Dazu ist er pfeffrig scharf (nicht alkoholisch scharf!). Erst etwas später wird er fruchtiger, dann kommen auch sanfte Vanillenoten durch den Rauch. Hat man sich etwas an den Rauch gewöhnt, schmeckt man auch die Süße im Hintergrund, das Gleichgewicht stellt sich wieder ein.

Zugegebener Maßen war ich nicht immer so überzeugt wie heute von diesem Double Barrel. Oft fand ich, dass der Caol Ila zu präsent ist und zu viel übertönt. Nimmt man sich aber Zeit merkt man, wie ausgewogen dieser Double Barrel Caol Ila und Braeval verknüpft. Hier lassen sich ständig neue Nuancen entdecken, er bleibt ständig komplex und nahezu herausfordernd. Circa 50 Euro sind für diesen Whisky nicht zu viel nicht zu wenig. Er überzeugt.

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Auf Whisky-Bar.net teile ich meine Leidenschaft: Besonderen Whisky und gute Bars.

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